Fritz Mitterlehner


Ein Bericht von Manfred Wildfeuer

Im Dezember 2018 wurde die Tibor III. Piccoloserie abgeschlossen. Seit ihr Ende abzusehen war, haben wir versucht, einen adäquaten Ersatz zu finden.
Es ist uns gelungen, mit Fritz Mitterlehner einen großartigen Zeichner und echten Wäscher-Kenner zu gewinnen. Zum Einstand hat er einen aufwendig ausgearbeiteten TIBOR Sonderband gezeichnet. Die Story stammt von Gerhard Förster.

Fritz und Gerhard sind schon fleißig dabei, einen TIBOR-Großbandzyklus vorzubereiten, der es in sich hat! Mehr wollen wir darüber heute nicht verraten.

Vielen Comicfreunden ist der aus Österreich stammende Zeichner Fritz Mitterlehner bekannt durch seine Ritterserie ARMIN, die er ab 1987 für den Comicverleger Franz Virt gezeichnet hat - zuerst im Piccoloformat mit den Heften Nr. 1-6, dann als Großbandserie bis Nr. 8. Die Reihe blieb unvollendet.

Mitterlehner: "Als ich damals am ersten ARMIN-Piccolo zu arbeiten begann, war es für mich mehr eine Art Nostalgie-Experiment, als der ernsthafte Versuch, eine Comicserie zu zeichnen. Ab und zu, wenn mir mal etwas Zeit blieb, zeichnete ich einen Streifen, meistens ohne viel Vorbereitung, besonders was die Bleistiftzeichnungen betrifft. Das erklärt auch die großen Qualitätsschwankungen in den ersten Piccolos. Außerdem frustrierte mich das Piccolo-Format. So richtig Spaß gemacht hat mir erst die Produktion der Großbände, weil man einfach mehr Ausdrucksmöglichkeiten hat. Auch die Druckqualität, die gesamte Aufmachung hat nun gestimmt. Da hatte sich der Verleger sehr viel Mühe gegeben. Leider war ich beruflich zu sehr angehängt, so dass die Serie nur schleppend voranging, bis die Arbeit daran schließlich ganz zum Erliegen kam. Doch nun ist die Situation eine andere, ich bin in Pension.

Das allerwichtigste ist, dass ich mich künstlerisch frei entfalten kann, sonst hätte ich ARMIN nicht zeichnen können. Ich gestehe, viel von Wäscher und Foster abgeschaut zu haben (da bin ich, glaube ich, nicht allein). Ich habe ja früher - was Rittercomics betrifft - auch nur Wäscher gelesen. Sigurd war für mich wie eine Vaterfigur. Mit dem konnte ich mich 100%-ig identifizieren. Beim Zeichnen ist mir u.a. sehr wichtig, dass ich Gelegenheit habe, eigene Charaktere herauszuarbeiten, neue Gesichter zu erfinden. Selbstverständlich muss man die Hauptdarsteller stets klar erkennen können (das gilt umso mehr, wenn man eine Serie von einem anderen Zeichner übernimmt), selbst wenn sie mal die typischen Kleidungsstücke wechseln sollten.

Mit der Ritterzeit bin ich schon von Kindheit an verbunden, in Form von SIGURD-Heften und den Kostümfilmen der späten 50er-Jahre, wie sie in meiner Jugendzeit Samstag vormittags in den Matinee-Vorstellungen liefen. Die Kinoplakate haben mich meistens mehr fasziniert, als die Filme selbst. So beschloss ich schon damals, einmal Grafiker zu werden. Die Lehrer auf der Kunstschule waren von meinen Zeichnungen allerdings wenig begeistert. Meistens hieß es bloß: ‚Warum macht er schon wieder Indianer, Ritter und Pferde? Wie soll aus dem jemals ein anständiger Werbegrafiker werden?'. "Ich hab´s trotzdem geschafft. Für mich war das Comiczeichnen dann eine wohltuende Abwechslung zur nüchternen Arbeit als Werbegrafiker in der Verpackungsindustrie."

Soweit Fritz. - Neben seiner Arbeit als Grafiker und Comiczeichner ist er ein begeisterter Sammler (Comics, Schallplatten) und spielt Keyboard und Gitarre in einer lokalen Rockband: "Natürlich spielen wir nur alte Sachen aus den 60er Jahren", meint Mitterlehner, und es fällt auf, dass seine Augen zu leuchten beginnen.


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TIBOR Sonderband

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Fritz Mitterlehner

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TIBOR Sonderband Nr. 3

TIBOR Sb 3
Tibor - Name und Charaktere © Hansrudi Wäscher / becker-illustrators

Stand: 09.12.2018          © Wildfeuer Verlag • Schrönghamer-Heimdal-Weg 1 • 94261 Kirchdorf